Sonntag, 29. Juli 2012

Sonderausstattung, Teil 2 - und was hat Goethe damit zu tun?

Als ich mit dem Schreiben angefangen habe, habe ich mir nicht vorstellen können, welche Eigendynamik das Ganze entwickeln würde.
Da war diese Idee für eine Geschichte, die mich irgendwie nicht mehr losließ. Diese Idee kam einfach so in meinen Kopf geschlendert, setzte sich fest, wuchs und wuchs … bis… , bis sie raus wollte. Und als sie mich erstmal so weit hatte, dass ich anfing, sie niederzuschreiben, da legte sie erst so richtig los.
Und ich? Nun, ich war mehr als willig, der Story zu folgen und den Charakteren Lilith, Johannes und Asmodeo die Gelegenheit zu geben, ein Eigenleben zu entwickeln. Nach und nach kamen dann weitere Charaktere dazu – und, schwups, hatte ich plötzlich ein ganzes Universum.
Aber nun der Reihe nach:
Auslöser war Goethes "Faust".
In der Schule hatten wir  Goehtes Faust durchgenommen (das mussten wir, stand im Lehrplan) und unserer Lehrer (er war einer der wenigen wirklich guten Pädagogen) sah uns an, dass wir uns tierisch langweilten (ehrlich gesagt, haben wir damit auch nicht hinter dem Berg gehalten). Jedenfalls hat unser Lehrer nicht lockergelassen. Faust war ihm ein wichtiges Thema und es reichte ihm nicht aus, uns den Stoff einzutrichtern. Nein, er wollte mehr. Er wollte uns dafür begeistern. Also mietete er kurzerhand einen Kinosaal an und zeigte uns die Verfilmung von Faust mit Gustaf Gründgens.
Und ab da ließ mich das Thema nicht mehr los.
Gründgens war klasse. Als Teufel Mephisto war er einfach faszinierend. Danach war ich ein Faust-Fan, oder besser gesagt, ein Mephisto-Fan.
Vor knapp drei Jahren habe ich die DVD geschenkt bekommen und habe mir den Film nochmals angesehen. Und die Story hatte nichts von ihrer Faszination verloren.
 „(Ich bin) ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“ stellt sich Mephisto Faust gegenüber vor, als dieser einen Dämon heraufbeschwört.
In meinem Kopf begann es nur so zu rattern…
  • Wie fühlt es sich für einen Teufel wohl an, wenn er über Jahrtausende versucht, das Böse auf der Welt zu verbreiten und dabei ständig scheitert? Ist das nicht absolut ätzend?
  • Wird der Dämon nicht irgendwann depressiv? (ich jedenfalls würde depressiv werden, wenn ich wüsste, dass alles, was ich mache, letztendlich nichts bewirkt.)
  • Kommt nicht irgendwann der Punkt, wo der Dämon sich sagt „Schluss jetzt, mir reicht’s, ich mach da nicht bis in alle Ewigkeit mit, ich bring das jetzt zu Ende“? – Und weil er ja ein Dämon ist, wird er sicher versuchen, einen Weg zu finden, damit das Böse ein für allemal siegen kann.
  • Wie kann der Dämon dem Bösen zum endgültigen Sieg über das Gute verhelfen? Was ist das Gute? Oder besser gesagt, was ist der Kern des Guten? Ich grübelte über diese Frage nach und hatte bald die Antwort: Klar doch, der Kern des Guten ist die Liebe. Die muss der Dämon auslöschen, dann ist er frei und am Ziel.
  • Aber wie schafft es der Dämon, die Liebe auszulöschen? Er kennt sie ja nicht, weil  Dämonen nicht lieben können.
Oder etwa doch? Und was macht das aus ihm, wenn er sich wirklich verliebt? - In eine junge Frau, die ihre eigenen Geheimnisse hat?….
Was sich daraus entwickelt hat, könnt ihr in meinen Romanen lesen.
Ich hoffe, die Story gefällt euch – so sehr, wie sie mir gefällt. Ich hoffe, dass ich es geschafft habe, sie so zu erzählen, dass ihr in das Universum um Lilith, Johannes und Asmodeo abtaucht und gar nicht mehr wieder auftauchen wollt. Denn so geht es mir, wenn ich sie niederschreibe.
Und ich bin noch lange nicht fertig. Da ist noch so vieles in meinem Kopf, war raus will….
Momentan schreibe ich am dritten Band. Und ich bin jetzt schon gespannt, womit mich unsere drei Helden überraschen werden, denn komischerweise glaube ich genau zu wissen, wo es lang geht, aber dann machen Lilith, Johannes oder Asmodeo irgendetwas, was ich nicht vorhergesehen habe und die Story nimmt ihren eigenen Lauf.
Manchmal ist das fast schon ein wenig unheimlich.
Als wäre die Geschichte schon immer da gewesen und hätte nur darauf gewartet, erzählt zu werden.
Nachfolgend ein Video von Youtube mit dem unvergleichlichen Gustaf Gründgens und der Aussage, die alles ins Rollen gebracht hat (Die Aussage, auf die ich mich beziehe beginnt so ungefähr bei 4:10):



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen